Sturm „Harvey“ lässt Benzinpreise steigen

3. September 2017

BERLIN. - Hurrikan „Harvey“ hat in Deutschland zu leicht höheren Benzinpreisen geführt, obwohl die Ölpreise nicht gestiegen sind und der Euro zum Dollar stärker notiert. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Minieralölwirtschaftsverbandes (MWV) hervor.

Hintergrund sind vorsorgliche Stilllegungen von Raffinerien an der Golfküste der USA. Im Bundesdurchschnitt stieg der Tankstellenpreis für Super E10 von 1,31 Euro je Liter vor dem Sturm auf zuletzt rund 1,32 Euro.

„Harvey“ hatte am vergangenen Freitag Texas und am Mittwoch den Nachbar-Bundesstaat Louisiana erreicht. In der Folge fällt insgesamt rund ein Viertel der US-amerikanischen Raffineriekapazität aus. Die Märkte reagierten auf die Benzin-Knappheit mit einem Produktpreis-Anstieg für Benzin in Deutschland um 1,75 Cent je Liter binnen einer Woche. Kraftstoffe werden global gehandelt und transportiert; derzeit wird Benzin verstärkt aus Europa in die USA verschifft.

Der vergleichbare Netto-Tankstellenpreis für Benzin ohne Steuern erhöhte sich in Deutschland seit Freitag vor einer Woche durchschnittlich um 0,75 Cent. „Das bedeutet, dass die Tankstellen im harten Wettbewerb die Erhöhung der Einkaufspreise nicht voll an die Verbraucher weitergegeben haben“, so MWV-Haupt-geschäftsführer Christian Küchen. Einschließlich Mineralöl- und Mehrwertsteuer stieg der Benzinpreis um knapp ein Cent. Der Dieselpreis blieb in der Woche nahezu unverändert.

Auch der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent bewegte sich kaum und verharrte bei knapp 52 Dollar je Barrel (à 159 Liter). Der Euro schloss am Mittwoch erstmals im Jahr bei über 1,20 Dollar. Das verbilligt den Ölpreis im Euro-Raum, glich den aktuellen Preisanstieg beim Produkt Benzin aber nicht vollständig aus.

„Der Produktpreis für Benzin ist gleichzeitig der Einkaufspreis der Tankstellen und damit entscheidend für den Verbraucherpreis an der Tankstelle – nicht der Ölpreis“, sagte Küchen weiter. „Das erklärt, warum die Tankstellenpreise trotz weitgehend konstanter Rohölnotierungen leicht nach oben gegangen sind.“

Deutschlands Autofahrer tankten im Monat August durchschnittlich für 1,31 Euro je Liter Super E10 und Diesel für 1,11 Euro. Küchen: „Autofahrer in Deutschland kommen preisgünstig durch den Sommer. Im langjährigen Vergleich liegen die Kraftstoffpreise auf niedrigem Niveau.“